Alkohol

Nahezu alle der 2001 befragten Jugendlichen im Alter von 12 bis 25 Jahren hatten bereits einmal oder mehrmals Alkohol konsumiert. Deutliche Unterschiede lagen in der Präferenz der alkoholischen Getränke, in der Häufigkeit und in den Mengen des Konsums. So war Bier das beliebteste alkoholische Getränk bei den befragten Jugendlichen, wird aber immer noch, ebenso wie Spirituosen, häufiger von männlichen Jugendlichen getrunken. Frauen bevorzugen dagegen eher Wein. Alkoholhaltige Mixgetränke waren bei männlichen wie weiblichen Jugendlichen 2001 gleichermaßen beliebt.
Bezogen auf die Häufigkeit des Alkoholkonsums wurden unterschiedliche Indikatoren zugrunde gelegt: „regelmäßiger Alkoholkonsum“ gilt als mindestens einmal wöchentlicher Konsum; „geringer Alkoholkonsum“ wurde als seltener als einmal im Monat, oder bezogen auf die letzten 12 Monate, nie, definiert. Demnach gaben 30% der 12- bis 25-Jährigen an, regelmäßig Alkohol zu trinken, 34% gaben einen geringen Alkoholkonsum an.

Tabelle 15. Häufigkeit des Alkoholkonsums der 12- bis 25-Jährigen in der Bundesrepublik 2001 (Angaben in %)

Befragte mindestens einmal pro Woche selten oder nie
Bundesgebiet
West 30 35
Ost 31 34
Geschlecht
männlich 39 30
weiblich 20 40
Altersgruppe
12-13 1 85
14-15 16 50
16-17 37 21
18-19 37 22
20-21 37 21
22-23 39 21
24-25 44 21
insgesamt 30 34

 

Quelle: BZgA: Die Drogenaffinität Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland 2001, S.12

 


Betrachtet man die Häufigkeiten des Alkoholkonsums der Jugendlichen nach unterschiedlichen Merkmalen wie Bundesgebiet, Geschlecht und Altersgruppen, so lassen sich zwischen west- und ostdeutschen Jugendlichen keine Unterschiede ausmachen. Zwischen den Geschlechtern bestehen jedoch signifikante Unterschiede, so trinken fast doppelt so viele männliche wie weibliche Jugendliche mindestens einmal pro Woche Alkohol (vgl. Tab.15).
Die altersspezifischen Häufigkeiten des Alkoholkonsums verdeutlichen, ab welchem Alter sich ein regelmäßiger Konsum einstellt. Offenbar beginnt sich dieser beim Übergang vom 15. zum 16. Lebensjahr zu manifestieren. In der Gruppe der 14- bis 15-Jährigen geben nur noch 50% der Jugendlichen an, selten oder nie Alkohol zu trinken. Ab dem 16. Lebensjahr bis zum 25. Lebensjahr verfestigen sich offenbar die Trinkgewohnheiten (vgl. auch Tab. 16). Bis zu 44% der Jugendlichen dieser Altersgruppe gaben an, mindestens einmal pro Woche Alkohol konsumieren.
Als weiterer Indikator für den Umfang des Alkoholkonsums gilt die Menge, die pro Woche konsumiert wird. Um dies möglichst genau darzustellen, wurde in der BZgA-Studie ein Häufigkeits-Mengen-Index gebildet, der die durchschnittliche Menge an in Gramm reinen Alkohols wiedergibt, die von den Jugendlichen in unterschiedlichen alkoholischen Getränken konsumiert wurden (vgl. Tab. 16).
Zur Information: Als kritischer Grenzwert für Erwachsene mittleren Alters gilt bei Frauen eine Menge von 20 g und bei Männern von 30 g reinen Alkohols pro Tag. Kinder, Jugendliche und ältere Menschen sind bereits durch geringere Mengen reinen Alkohols extrem gefährdet, da ihr Körper bereits auf kleinere Mengen mit gesundheitlichen Schädigungen reagiert bzw. der Alkohol langsamer abgebaut wird. Eine Menge von ca. 10 g reinen Alkohols befindet sich beispielsweise in 0,25 l Bier oder 0,125 l Wein (BZgA).

Tabelle 16. Alkoholkonsum 12- bis unter 25-Jähriger in Gramm reinen Alkohols pro Woche (Häufigkeits-Mengen-Index)

Befragte durchschnittlich reiner Alkohol in g/Woche
Bundesgebiet
West 54,5
Ost 51,7
Geschlecht
männlich 77,1
weiblich 29,3
Altersgruppe
12-13 1,7
14-15 27,0
16-17 62,8
18-19 68,1
20-21 73,1
22-23 77,8
24-25 68,3
insgesamt 53,9
Quelle: BZgA: Die Drogenaffinität Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland 2001, S.14

 


Insgesamt konsumierten 22% der 2001 befragten männlichen Jugendlichen mehr als 120 Gramm reinen Alkohol pro Woche (weiblich: 6 %); weniger als 1 Gramm konsumierten 31% der männlichen und 39% der weiblichen Jugendlichen. Mit zunehmendem Alter steigt die Menge des pro Woche konsumierten Alkohols. Ab dem 20. Lebensalter nehmen rund ein Fünftel der befragten Jugendlichen jede Woche mehr als 120 g reinen Alkohol zu sich (dies entspricht ungefähr der Menge von drei Litern Bier pro Woche).

Zeitliche Entwicklung des Alkoholkonsums Jugendlicher

Im Zeitvergleich wurde in der BZgA-Studie zur „Drogenaffinität Jugendlicher in der Bundesrepublik 2001“ eine Abnahme des Konsums verschiedener Alkoholika im Vergleich zu 1993 festgestellt. Einen lediglich geringfügigen Rückgang weist dabei der Konsum alkoholhaltiger Mixgetränke auf. Dies mag zunächst erstaunen, da in der aktuellen Diskussion gerade der gestiegene Konsum alkoholischen Mixgetränke, der so genannten ‚Alcopops’, verstärkt Anlass zur Sorge bietet. Zu vermuten ist jedoch, dass zum Zeitpunkt dieser BZgA-Studie die Zunahme des Konsums von Alcopops noch nicht so stark in die öffentliche Diskussion geraten war bzw. noch gar nicht bekannt war.
Betrachtet man die Ergebnisse der BZgA-Zusatzstudie zu „Bekanntheit, Kauf und Konsum von Alcopops bei Jugendlichen 2003“ <footnote> Vgl.: BZgA (Hrsg.): Bekanntheit, Kauf und Konsum von Alcopops bei Jugendlichen 2003. Ergebnisse einer Repräsentativbefragung bei Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren, Köln 2004</footnote> , so zeigt sich ein differenzierteres Bild.

Der Umsatz von alkoholhaltigen Mixgetränken stieg zwischen 2001 und 2002 um 474%

Im Jahr 2003 stellten Alcopops die beliebteste alkoholische Getränkeart für Jugendliche dar. Alcopops haben einen Alkoholgehalt von durchschnittlich 5-6 Volumenprozent und enthalten damit mehr als zwei Schnapsgläser Hochprozentigen pro Flasche. Eine besondere Gefährdung liegt in der Mischung des Alkohols (Spirituosen, aber auch Bier oder Wein) mit Limonaden und anderen Süßgetränken, die durch den hohen Zuckergehalt und Aromastoffe den Alkoholgeschmack überdecken und somit selbst die Jugendlichen, die bislang keinen Geschmack an Alkohol gefunden haben, zum Konsum von Alkohol verführt. Dementsprechend sind Alcopops auch besonders bei den jüngeren Jugendlichen beliebt, was eine besondere Brisanz hinsichtlich der Gefährdung durch Alkohol bedeutet.

Der Kauf von Alcopops von unter 29-Jährigen hat sich zwischen 1998 und 2003 versechsfacht

In der Studie wird außerdem belegt, dass die Zunahme des Konsums von Alcopops nicht durch einen wesentlichen Rückgang beim Konsum anderer Alkoholika von Jugendlichen begleitet ist. Unter den 14- 17-Jährigen gab fast die Hälfte an, regelmäßig Alcopops zu konsumieren, obwohl sie nach dem Jugendschutzgesetz noch gar keine Spirituosen kaufen und konsumieren dürften (entsprechend dem Jugendschutzgesetz dürfen Alcopops, die Spirituosen enthalten, nicht an Personen unter 18 Jahren abgegeben werden, Mixgetränke, die Bier, Wein etc. enthalten, nicht an Jugendliche unter 16 Jahren). Betrachtet man im Vergleich dazu den Konsum von Alcopops bei den 18- bis 29-Jährigen (60% trinken Alcopops seltener als einmal im Monat), wird deutlich, dass Alcopops in erster Linie von den jüngeren Jugendlichen konsumiert werden (vgl. Abb. 15). Je nach Art der Alcopops unterscheiden sich die Trinkgewohnheiten der einzelnen Altersgruppen. Dennoch lagen bei allen Befragten die Spirituosenmixgetränke in der Beliebtheit höher als Bier-/Weinmixgetränke. Von den 16- bis 17-Jährigen gaben sogar 53% an, in letzter Zeit spirituosenhaltige Alcopops getrunken zu haben.

Abbildung 15. Konsum von Alcopops nach Altersgruppen und Art der Getränke 2003 (es haben in den letzten 30 Tagen folgende Alcopops getrunken)


Quelle: BZgA: Bekanntheit, Kauf und Konsum von Alcopops bei Jugendlichen 2003, S. 12

 


Hinsichtlich der insbesondere durch Alcopops ausgehenden Gefährdung für Jugendliche wurden die gesetzlichen Bestimmungen Mitte 2004 weiter ausgebaut. So ist die Kennzeichnungspflicht für Alcopops (Jugendschutzgesetz, §9 Abs.4) und eine Sondersteuer auf Alcopops (Alkopopsteuergesetz) beschlossen worden<footnote> Vgl.: DHS/BZgA (Hrsg.): Alcopops. Eine Information für Eltern, Lehrer und Lehrerinnen. Im Auftrag des BMGS erschienene Info-Broschüre, 2004

 

 

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